Jahrelang nahm Tesla eine äußerst starke Position auf dem deutschen Markt für Elektrofahrzeuge ein. Doch in den vergangenen Jahren ist weltweit ein anderer Hersteller zunehmend in den Fokus gerückt: Der chinesische Automobilhersteller BYD – die Abkürzung für „Build Your Dreams“ beeindruckt mit einem außergewöhnlich schnellen Wachstum und vergleichsweise günstigen Preisen. Doch wie kommen diese niedrigen Preise zustande?
Nach Angaben des Unternehmens liegt dies unter anderem daran, dass BYD wesentliche Komponenten seiner Fahrzeuge – insbesondere die Batterien – selbst entwickelt und produziert. Darüber hinaus sollen die hohe Fertigungstiefe, große Stückzahlen sowie eine effiziente Produktion dazu beitragen, die Fahrzeuge zu vergleichsweise günstigen Preisen anbieten zu können.
Eine Besonderheit der BYD-Fahrzeuge ist die sogenannte Blade-Batterie, eine Eigenentwicklung aus Basis einer LFP-Zellchemie. Diese gilt nach Angaben des Herstellers als besonders langlebig und sicher. Zudem soll sie ein geringes Brandrisiko aufweisen und vergleichsweise langsam altern. Insgesamt stoßen die Fahrzeuge von BYD bislang auf eine überwiegend positive Resonanz.
Unsere langjährige Erfahrung mit verschiedenen Herstellern von Elektrofahrzeugen zeigt jedoch, dass es äußerst anspruchsvoll ist, in kurzer Zeit derart stark zu wachsen und gleichzeitig zahlreiche neue Fahrzeugmodelle auf den Markt zu bringen, ohne dass Mängel an den Fahrzeugen auftreten.
Bei BYD wurden bislang zunächst Probleme in Zusammenhang mit der Software berichtet. Genannt werden unter anderem Abstürze des Infotainmentsystems, eine unzuverlässige Sprachsteuerung sowie eine unausgereifte Navigationssoftware.
Auch die Fahrerassistenzsysteme werden mitunter kritisiert, seien es häufige Warnmeldungen, ein sehr empfindlich reagierender Spurhalteassistent oder ein teilweise abrupt eingreifender adaptiver Tempomat. Plötzliche Softwarefehler oder fehlerhafte Assistenzsysteme sind unserer Erfahrung nach ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko.
Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität scheint es bei BYD insgesamt zwar einen positiven Trend zu geben. Dennoch gibt es immer wieder Berichte über Sachmängel. BYD-Kunden beanstanden beispielsweise Passungenauigkeiten sowie Knarzgeräusche im Innenraum. Andere Halter berichten über vorzeigen Verschleiß beim Fahrwerk, Z.B. Klappergeräusche, die von defekten Querlenker stammen. Schließlich gibt es auch Beschwerden über Mängeln an der Heizung und Klimaanlage.
Bereits vor längerer Zeit gab es Berichte, dass es bei BYD-Fahrzeugen auf dem Seeweg von China auf Grund von Wassereintritt zu Schimmelbildung kommen solle[1]. Wir raten BY-Kunden dazu, das Fahrzeug bei und nach der Übergabe kritisch durchzusehen und Mängel umgehend beim Verkäufer anzuzeigen. In diesem Zusammenhand hat uns auch ein aktueller Fall erreicht, in dem Anhaltspunkte bestehen, dass ein Transportschaden an Lack und Blech mangelhaft repariert und dem Kunden verschwiegen wurde.
Schließlich befindet sich auch das Servicenetz in Deutschland noch im Ausbau. Kunden berichten teilweise von längeren Wartezeiten auf Werkstatttermine sowie einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Die kann zu langen Standzeiten und damit verbundenen erheblichen Nachteilen für BYD-Kunden führen.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Fahrzeugen von BYD? Bei Problemen mit dem Hersteller oder einem BYD-Händler helfen wir gerne weiter. Reichen Sie hierzu einfach und unverbindlich Ihren Fall über unser Fallanfragesystem ein. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

[1] n-tv.de/wirtschaft/BYD-erntet-in-Europa-Schimmel-statt-Marktanteile